Nolwen - eine 'Gin Fizz' 

Die 'Gin Fizz' wurde von den jungen Michel Joubert und Bernard Nivelt entworfen und von Jeanneau und einer weiteren französischen Werft Gibert Marine hergestellt. Nolwen ist eine Variante von Gibert Marine. Der entscheidende Unterschied liegt in der Anordnung von Salon und Toilette: Bei Jeanneau befinden sie sich backbords, bei Gibert Marine steuerbords. Etwa 600 Boote verließen die Werften. 400 wurden von Jeanneau hergestellt, Gibert Marine baute 200 Schwesterschiffe mit identischem Konzept.

Zwei Masten? Wirklich? Ja, es handelt sich um eine Ketsch. Über diese Boote wurde schon viel geschrieben. Wir haben die einfache Handhabung und die flexible Segelaufteilungschätzen gelernt. In jüngerer Zeit wurde das Boot durch Laura Dekker berühmt, die im Alter von 15 bis 16 Jahren mit einer Gin-Fizz Ketsch namens 'Guppy' solo die Welt umsegelte und damit eine der unglaublichsten, um nicht zu sagen verrücktesten Reisen unternahm, die jemals mit einem Freizeitboot unternommen wurden. Die Wahl der Gin Fizz war das Ergebnis einer sorgfältigen Bewertung durch ihren Sponsor und Expeditionsorganisator, niemand Geringeren als ihren eigenen Vater.

Warum wurde der Gin Fizz als die richtige Wahl für diese Reise angesehen? Die Antwort liegt sicherlich in vier Schlüsselfaktoren: Sicherheit, Komfort, einfache Handhabung auf See und die Fähigkeit, Tag für Tag unter unterschiedlichen Bedingungen viele Meilen zurückzulegen.

Technische Daten

Allgemein Segelfläche
Baujahr / Hersteller 1978 / Gibert Marine Grossegel 23.5 m2
Design-Kategorie A (Ozean) Genua 48.1 m2
Rigg Ketsch mit Solentstag Besan 11.9 m2
Rumpftyp Monohull aus GFK (Fiberglas) Total 83.0 m2
Kiel moderater Flossenkiel
Ruder skegmontiert Solent 27.0 m2
Cockpit Zentralcockpit Arbeitsfock 18.5 m2
Länge inkl. Anbauten (LOA) 12 m Sturmfock 9.0 m2
Breite (Beam) 3.76 m Spinnaker 100 m2
Tiefgang (Draft) 1.90 m
Verdrängung 7.8 t
Ballast 2950 kg
Motor 29 kW / 40 PS
Wassertank 160 L
Dieseltank 150 L

Komfort

Der Komfort an Bord einer Gib'Sea 37 (oder Gin Fizz 37) wird von Eignern und Seglern im Allgemeinen als sehr gut für ein Boot dieser Ära und Größe beschrieben, insbesondere im Kontext ihrer primären Bestimmung als robuster Langfahrtensegler. Der Komfort an Bord ist typisch für die späten 70er Jahre und unterscheidet sich in einigen Aspekten von modernen Yachten.

 

Seegangsverhalten und Stabilität: 

Das Boot ist bekannt für seine ruhige Lage im Seegang. Die Ketsch-Takelung trägt dazu bei, dass das Boot gut ausbalanciert ist und weniger rollt, was den Aufenthalt an Bord bei rauer See deutlich angenehmer macht.

Intelligente Raumaufteilung (Zentralcockpit-Version): 

Die Version mit Zentralcockpit bietet eine clevere Innenaufteilung mit einer geräumigen Kabine im Achterschiff die für eine 37-Fuss Yacht dieser Zeit sehr luxuriös war.

Schlafkomfort:

Insgesamt stehen sechs Kojen zur Verfügung - zwei in der Bugkabine, zwei im Salon und zwei in der Achterkabine. Der Zugang zur Achterkabine erfolgt über das Cockpit. Die Matratzenlänge variert je nach Koje zwischen 1.7m und 1.9m. An Bord gibt es eine Auswahl an Bettwäsche, Decken und Kissen zur freien Nutzung. 

Wohnlichkeit und Interieur: 

Die Inneneinrichtung besteht aus viel massivem Teakholz oder Mahagoni, was eine warme, traditionelle und gemütliche Atmosphäre schafft. Die Verarbeitung ist durchaus solide.

Stauraum: 

Als Langfahrtyacht konzipiert, bietet sie reichlich Stauraum für Proviant und Ausrüstung, was den Komfort auf langen Reisen erhöht. Für feuchte/nasse Kleidung steht ein separater Hängeschrank zur Verfügung. 

Elektrisches: 

Es sind total drei 12V-Batterien an Bord, welche über Landstrom oder den Alternator geladen werden können. Eine davon ist ausschliesslich als Starterbatterie konfiguriert. Die anderen zwei werden als Service- resp. Hausbatterien eingesetzt, wobei jeweils nur eine im Einsatz ist. Die andere steht als Ersatz zur Verfügung.

In jeder Kabine gibt es neben der Beleuchtung je einen 12V Anschluss mit USB-Adapter zum Laden von Kleingeräten. Zusätzlich steht ein Inverter 12VDC/220VAC zur Verfügung, dessen Leistung für kleinere Geräte bis ca. 1000W ausreicht.

Heizung: 

Grundsätzlich ist Nolwen unbeheizt. Eine 220V-Elektroheizung hilft bei nass-kühler Witterung, das Raumklima im Salon angenehm zu temperieren - allerdings nur bei Landstromsansschluss. 

Stehhöhe: 

Die Stehhöhe im Salon ist für die meisten Menschen (ca. 1,85m) ausreichend, was das Leben an Bord bequemer macht. Die Achterkabine hat bei geschlossenem Schiebeluk eine Sitzhöhe  von ca. 1.5m. 

Kombüse:

Ein halb-kardanisch aufgehängter 2-flammiger Gaskochherd mit Backofen, zwei Spülbecken mit Frischwasser und Seewasser und ein kleiner Kühlschrank bilden die einfache, aber zweckmässige Küche. Eine wichtige Ergänzung der Küchenausstattung ist ein 220V-Wasserkocher (nur bei Landstromanschluss verfügbar).

Sanitäre Anlagen: 

Die Nasszelle ist funktional, aber nach heutigen Standards relativ klein und einfach gehalten. Ausgestattet ist sie mit einem manuellen Pump-WC und einem kleines Waschbecken, Eine zentrale Warmwassererzeugung gibt es nicht.

Cockpit: 

Das Zentralcockpit ist sicher und tief, aber nicht so geräumig und offen wie moderne Achtercockpits. Es ist eher auf Sicherheit beim Segeln als auf "Lounge-Komfort" im Hafen ausgelegt.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Nolwen einen guten Komfort für aktive Segler bietet, die Wert auf Seetüchtigkeit, eine gemütliche Atmosphäre und eine durchdachte Raumaufteilung legen. Der Komfort ist eher funktional und robust als luxuriös-modern. 

Ausrüstung Navigation und Sicherheit

Autopilot Autohelm 5000 mit Quadrantenantrieb
Radar Furuno 1623
Funk Icom 330 mit DSC
Handfunk Standard Horizon HX851 mit DSC
Kompass Kompasskonsole auf Radsteuersäule
Beiboot Plastimo / 3-4 Personen, mit Ruder und Klappanker
Aussenborder für Beiboot Mercury 2 PS, nicht schaltbar
Rettungsinsel Plastimo Type 1 / Groupe A, für 6 Personen
Feuerlöscher / Löschdecke ABC, 2kg

Fotogalerie

Nimm dir etwas Zeit und mache einen kleinen Rundgang durch Nolwen